Hale-Bopp am 7. 4. 97 Die kalte Nordweststroemung hatte den Himmel gruendlich geputzt. Vom Weinviertel aus war der Schneeberg so klar zu sehen, dass man meinte, man koennt ihn angreifen. Quellwolkenentwicklung machte mich nicht nervoes, und so kontaktierte ich Walter Koprolin. Er meinte, meine Hoffnungen auf eine klare Nacht waeren eher Zweckoptimismus. Und tatsaechlich gab es nachmittag noch Schneeschauer, und der Wind war stuermisch. Saukalt sowieso. Aber Walter kennt noch nicht den Kometenman... Wir vereinbarten den Treff an meinem Platzerl bei Niederkreuzstetten, sofern das Wetter passt. Und gegen Abend loesten sich fast schlagartig die meisten Wolken auf. Schien eine glatte Sache. Doch bei der Anfahrt zum Beobachtungsplatz gab es noch gespenstische Szenen zu sehen: Einige groessere, schwarze Wolken griffen mit ihren "Tentakeln" gierig nach der Erde... sah fast aus wie ein UFO-Angriff in einem Science-Fiction Film. In der zu Ende gehenden Daemmerung traf ich am Beobachtungsplatz ein, Walter kam etwas spaeter. Der Windschutzguertel an meinem Platzerl war uns sehr willkommen, dahinter war es auszuhalten. Die letzte schwarze Wolke war auch schon abgezogen, und der Komet bot schon mit freiem Auge ein tolles Bild. Hale-Bopp stand unweit von Algol, der Plasmaschweif zog sich bis ein Stueckl ueber Mirfak hinauf, und der Staubschweif war bis hinauf zum Doppelhaufen h+X verfolgbar, das sind gut 15 Grad Plasmascheif, und 20 Grad Staubschweif. Der Plasmaschweif war freisichtig aber schwieriger, als ich es bisher in Erinnerung hatte. Den Grund sahen wir im Feldstecher, in meinem 7x50 und Walter's 15x80. Der Plasmaschweif faecherte breit auf, wir sind uns gar nicht so sicher, ob wir nicht von einem zweigeteilten Plasmaschweif sprechen sollten. Die Fotos, die wir knipsten, werden wohl Aufschluss geben. Der "dritte" Schweif, wenn wir so sagen wollen, ist dabei der kuerzeste. Im Staubschweif versteckte sich noch der offene Sternhaufen M34, im 15x80 sehr schoen zu sehen. Im Teleskop, meinem 5.7" f/6 Maksutov-Newton, waren bei 40x zumindest zwei kraeftige Strahlen, die aussen vom Plasmaschweif abzweigten, ueber mehr als 3 Grad verfolgbar. Sah total fransig und zerrissen aus, einfach grandios. Bei hoeherer Vergroesserung ein "Kontrollblick" auf die inneren Bereiche der Koma, hier aber keine Neuigkeiten. Es wurde wieder fleissig fotografiert, mit stehender Kamera und Piggyback, wir hoffen natuerlich auf schoene Ergebnisse. Ganz wolkenfrei blieb unsere Session nicht, aber wir haben ja noch ein paar Tage Ruhe vom Mond, und sind schon neugierig, wie sich der Komet weiter entwickeln wird. Diese Beobachtung war jedenfalls der bisherige Hoehepunkt, fand ich, und Walter stimmte zu. Wer also den Kometen noch immer nicht gesehen hat, warm anziehen, und raus am Abend! Howdii