30. 3. 97, Ostersonntag Strahlender Sieg unseres Astrohelden Kometenman ueber den Osterhasen. Im Weinviertel loesen sich gegen Abend die letzten Wolken auf. Immer noch heftiger Wind. Um 18:10 bezog ich Stellung auf den Feldern hoch ueber Niederleis, wollte den Kometen moeglichst frueh aufstoebern. Leider ging die Sonne schon ueber dem Ernstbrunner Kalksteinbruch unter, waehrend ich meinen 5.7" f/6 Maksutov-Newton aufbaute. In Ermangelung der Sonne hatte ich keine Chance mehr, den Kometen ueber Koordinaten anzufahren, und landete, wie sich zeigen sollte, etliche Grad daneben. Auch die genaue Nordrichtung hatte ich um etliche Grad verschaetzt. Damit wurde die Daemmerung eher lang. Ich beobachtete dafuer mit Feldstecher und Fernrohr die Klonen des Osterhasen beim Abendmahl, und dass sie nicht Besuch vom Fuchs bekommen haben, koennen sie mir verdanken, Reineke Fuchs hat sofort Reissaus genommen, wie er mich gesehen hat. Um 18:48 (MEZ) hatte ich dann den Kometen freisichtig am noch sehr hellen Himmel geortet, und einige Minuten spaeter Merkur am Westhimmel. Im Fernrohr zeigten sich die Strukturen in der inneren Koma unveraendert, wie ich sie am 23. Maerz beobachtet habe, ein "Beistrich", und darueber zwei Bogerl, fast exakt in Richtung Sonne. Bei dunkler werdendem Himmel versuchte ich wieder einmal eine Skizze am Fernrohr anzufertigen, das Ergebnis wird ehebaldigst nachgereicht. Je dunkler der Himmel wurde, desto mehr wurden die Strukturen im Jet von der Helligkeit der Koma ueberstrahlt. Dafuer war jetzt der vom Kopf des Kometen breit auffaechernde Staubschweif auch im Teleskop gut zu erkennen, und diverse Strahlen im Plasmaschweif (bei 40x). Dann guckte ich den Kometen im Feldstecher genauer an, und versuchte ebenfalls eine Skizze vor Ort anzufertigen. Freisichtig war der Staubschweif etwa 10 Grad lang zu sehen, der Plasmaschweif 15 Grad. Durch die staendige Verwendung von Licht (zum Zeichnen) war natuerlich absolute Dunkeladaption nicht gegeben. Um etwa 20:30 (MEZ) verliess ich den Beobachtungsplatz, um meinen Vater von daheim abzuholen, mit ihm fuhr ich zu dem Beobachtungsplatz am Neubauer Hoehenruecken, den ich schon am Karfreitag beehrt habe. Der Komet stand natuerlich schon tiefer, durch die scheinbare Drehung des Himmels war aber der Schweif steiler nach oben gerichtet, was die Beobachtung zumindest nicht verschlechterte. Der Kopf des Kometen stand etwa 5 Grad nordwestlich von Gamma And. Nach etwa einer halben Stunde Dunkeladaption konnte ich gegen 22:00 (MEZ) indirekt, bei streifendem Blick den Staubschweif knapp 15 Grad lang sehen, wie er leicht gekruemmt und breit Richtung Alpha und Gamma Cas zog, der Plasmaschweif erstreckte sich Richtung Epsilon Cas, und reichte hart an Eps heran, das muessen etwa 17 Grad sein. Nun standen Sirius und der Kopf des Kometen etwa gleich hoch ueber dem Horizont, und ich versuchte, mit dem linken Auge Sirius, mit dem rechten Hale-Bopp im Blick, die Helligkeit des Kometen zu schaetzen: irrsinnig schwierig, aber viel fehlt nicht auf Sirius, wuerd ich sagen. Im 7x50 war der Blick ueberwaeltigend. Durch den helleren, gekruemmten Staubschweif macht es den Eindruck, als wenn der Plasmaschweif dahinter hervorkaeme, was einen eigenartigean 3D-Effekt ergibt. Der Gesamteindruck laesst sich mit Worten nur mehr schwer beschreiben, meine hoffentlich bald zur Verfuegung stehende Zeichnung wird vielleicht ein bissl den Eindruck wiedergeben koennen. Howdii