Beobachtungsbericht von Komet C/1995 O1 Hale-Bopp ------------------------------------------------- Datum: 23.2.1997 Beobachter: Wolfgang Howurek, Walter Koprolin Zeit: 3h00 bis 6h30 MEZ Beobachtungsort: Galgenberg bei Falkenstein, NOe Instrumente: Meade LX100 (8" f/10 SCT) Ceravolo HD145 (5.7" f/6 Maksutov-Newton) 15x80 Steiner Rallye 7x50 Fujinon FMT-SX Durchsicht: gut, aber Vollmond; Seeing: gut. Der Anblick von Hale-Bopp war bereits um 3h00, als wir gerade beim Aufbau der Instrumente waren, erfreulich: Obwohl der Vollmond noch hoch am Himmel stand und der Komet sich keine 10 Grad ueber dem Horizont befand, war er leicht als diffuser Stern zu erkennen, dessen Helligkeit mit der von Deneb (Alpha Cygni) bereits konkurrieren konnte. Wir schaetzten seine Leuchtkraft daher mit 1.4 mag ein. Damit ist der Komet in nur 12 Tagen um 0.4 mag heller geworden, ein erfreuliches Anzeichen dafuer, dass er die 0. Groessenklasse Ende Maerz/Anfang April erreichen koennte. Mit dem freien Auge war spaeter, als der Komet etwa 30 Grad ueber dem Horizont stand, trotz der Aufhellung des Himmels durch den Vollmond ein etwa 2 Grad langer Schweif in Richtung Wega (Alpha Lyrae) zu erkennen. Die Position des Komet lag unweit des Cirrus-Nebels im Schwan, von dem aber wegen der Himmelsaufhellung durch den Mond nichts zu erkennen war. Im Fernglas hat man wie gewohnt den besten Gesamteindruck von Hale-Bopp: Die Stossfront in Richtung Sonne gleicht einer schmalen Parabel, und der daran anschliessende Staubschweif ist wie schon bei unserer letzten Beobachtung am 11.2. zweigeteilt, zwischen den Teilen bleibt der Himmel dunkel, es sind darin auch Sterne zu sehen. Wesentlich heller als der Staubschweif ist jedoch der geradlinige Plasmaschweif, dieser ist in einem Winkel von etwa 30 Grad zum Staubschweif geneigt, was dem Kometen ein stark asymmetrisches Aussehen gibt. Im Kern kann bereits mit dem Fernglas ein heller, breiter Masseauswurf in Richtung des Plasmaschweifes beobachtet werden. Im Teleskop bei etwa 140-facher Vergroesserung dominiert der deutlich gelbe Materieauswurf (Jet) den Anblick des Kometen. Vom punktfoermigen Pseudonukleus aus erstreckt er sich zunaechst in Richtung Suedwesten, wird aber nach einer kurzen Distanz nach Nordwesten abgelenkt. Dabei bildet die Strukur 3 gut erkennbare "Wellen" aus, die wohl stossweise vom Kern abfliessendes Material darstellen. Die innere Koma erinnert dabei an einen Stern mit Beugungsringen bei schlechtem Seeing. Diese Strukturen der inneren Koma waren bei voranschreitender Morgendaemmerung besonders deutlich zu beobachten, der Komet blieb im Teleskop bis zum Sonnenaufgang sichtbar. Insgesamt ist Hale-Bopp bereits jetzt ein beeindruckendes Objekt und wird aufgrund der offensichtlich starken Aktivitaet des Kerns wohl noch viele interessante Erscheinungen zeigen. Er weist jedenfalls einen viel komplexer aufgebauten inneren Komabereich als Hyakutake vor einem Jahr auf. Clear skies, Walter Koprolin,