CCD Spechteln (Bericht vom 13. bis 15. 9. 2007, O2O Mistelbach)

Beim aller ersten Test meiner neuen ST-8XME im August habe ich einen neuen "Sport" für mich entdeckt: Die CCD Kamera zum Beobachten einsetzen. Also nicht "Pretty Pictures" sind das Ziel, sondern Kennenlernen von neuen Objekten, oder eingehenderes Studium von solchen, die man von visuellen Beobachtungen her kennt. Nun gut, drei Nächte hintereinander, vom 13. bis zum 15. September war mir der Himmel hold nach einer ziemlich verkorksten Wetterlage - anhaltendes Schlechtwetter mit ersten spätsommerlichem Wintereinbruch in den Bergen.

Nebenbei war es auch ein Ziel, das CFW9 Filterrad mit den Custom Scientific RGBC Filtern zu testen. Eigentlich hätte ich ein paar RGB Bilder beisteuern wollen, doch beim zusammensetzen eines RGB Bildes kamen alle Objekte einfach weiss raus. Hoppala, da hat's doch was. CCDSoft hatte mir bei der Aufnahme zwar brav verkündet welcher Filter nun eingelegt sei - dem war aber offenbar nicht so. Ich wusste nicht einmal, durch welchen Filter ich meine Bilder geschossen hatte oder vielleicht gar durch das Loch ohne Filter? Ich kam ja erst einige Tage später drauf, als ich Zeit hatte die Bilder zu bearbeiten. Nun war auch die Ergründung des Problems angesagt. Wie richtig vermutet, sah ich bei Ansteuerung über CCDSoft keine Filterwechsel. Ein Versuch mit CCDOPS, dem SBIG eigenen Steuerprogramm, war aber positiv. Ok, in CCDOPS kann ich ja auch das CFW9 direkt konfigurieren. In CCDSoft gibt's das CFW9 nicht, und mit dem Vorgänger, CFW8 geht's eben nicht. Schon befürchtete ich, in Zukunft auf das von mir bevorzugte CCDSoft verzichten zu müssen, doch da kam mir die Idee, das CFW10 in der Konfiguration auszuprobieren - und siehe da, das Filterrad bewegt sich! Ich hab halt beim CFW9 nur 5 Filterpositionen, wovon derzeit nur 4 besetzt sind, so habe ich die 10 Positionen des CFW10 mit C, R, G, B, None, und 5 mal N/A konfiguriert. Gut, das geht, und einem neuen Versuch ein RGB Bild zu erstellen steht nun nichts mehr im Wege. Jedoch kommt es zu spät für diesen Bericht. Und wie sich herausgestellt hat, war bei allen Fotos der C Filter eingelegt.

Egal, zurück zu den Ereignissen der Nächte. Am 13. 9. also der erste Einsatz. Etwas unschlüssig, wollte ich einmal etwas eher leichtes in RGB fotografieren. Erst M15, und danach suchte ich in TheSky noch nach weiteren interessanten Objekten: ich steuerte einmal NGC 7662 an. Bis die Serien alle "im Kasten" waren, war es schon über Mitternacht hinaus. Ich machte lieber Schluss, um in den kommenden Nächten auch noch einsatzfähig zu sein.

Am 14. ging es weiter. Die Arbeit der Vorbereitung war nun schon besser vertraut, in welcher Reihenfolge alles verkabelt und eingeschaltet sein will. Die Fokusposition war noch vom Vortag eingestellt und passte fast exakt. Somit war ich recht flott wieder am Himmel unterwegs. Ich hatte nun aber wirklich eher die Beobachtung mit der CCD Kamera im Sinn. Und meine Objekte, die ich ansteuerte, wurden immer "lustiger", ich wagte mich mehr und mehr an kleine bis superkleine und schwache "Fuzln" heran. In dieser Tonart ging es auch am 15. dahin, noch extremer und teils abseits ausgetretener Pfade. Ich bin neben der Suche nach interessanten Objekten auch am Ausloten der Grenzen, was packt mein 8" f/6 Maksutov-Newton mit der ST-8 noch. Also nicht verwundert sein, wenn es vorwiegend in diese Richtung weitergeht. Letztlich mache ich's so wie bei der visuellen Beobachtung, immer die Grenze suchen :-)

Nun aber zu den Objekten. Neben der Bearbeitung für bestmögliche Detaildarstellung bereitete ich auch Versionen vor, die durch Abzug synthetisch erzeugter Skyflats zur Photometrie tauglich sein sollten. Es sind so meine ersten Versuche, ein bissl an Helligkeiten und Objektausdehnungen herumzumessen. Man kann anhand der bekannten Daten gleich einmal sehen wie gut das so auf die "billige" Art geht, und eventuell bei Objekten mit fehlenden Daten eine erste Aussage treffen. Kommen wir also zur Sache. Die Reihenfolge der Objekte entspricht der Reihenfolge der Beobachtung, es ist also keine spezielle Ordnung dahinter. Im Prinzip sind alle Aufnahmen Einzelbilder mit Dark-Abzug, sofern nicht anders erwähnt.

 

13. 9. 2007: Visuell knapp besser als 5 mag im Zenitraum, Milchstraße von Cassiopeia über Schwan bis Adler schwach sichtbar. Kühl, 11 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit. Seeing eher schlecht, starke Szintillation auch im Zenitraum - dadurch läuft auch der Autoguider etwas unruhiger. 

 

Das ist der Kugelsternhaufen M15. Eigentlich hätte es ein RGB Bild werden sollen, das wollte aus oben erwähnten Gründen nicht sein. Deshalb habe ich das "RGB" Bild letztlich desaturiert. Belichtet wurde insgesamt 5x 60 Sekunden. Norden ist links, das Bild ist auf 60% verkleinert. Man sieht auch die durchaus hohe Empfindlichkeit des KAF-1603 ME Chips der ST-8, ein 7.6 mag Stern reicht schon aus, um bei 60 Sekunden Belichtung Bloomingartefakte hervorzurufen... zumindest mit dem C Filter. Aber eben aus Gründen, weil ich mit der Kamera photometrieren will, habe ich auf die Antiblooming Version des Chips verzichtet.

 

NGC 6819 - "Foxhead". Ein durchaus interessanter offener Sternhaufen. Was hier an einen Fuchskopf erinnern mag? Vielleicht stellt die dreieckig spitz zulaufende Gestalt die Schnauze dar, und irgendwelche Sterne bilden die Augen, und mag sein dass ich auch noch die Ohren erkenne. Die hellsten Haufensterne haben so um die 12 bis 13 mag, die schwächsten die ich auf meinem 60 Sekunden Bild gefunden habe sind etwa um die 18 mag. Die Gesamthelligkeit ist mit 7.3 mag angegeben, die Ausdehnung mit 5'. Das Bild ist verkleinert. Norden ist links, in dieser Orientierung war die Kamera am Teleskop eingesetzt, daher ist bei allen Bildern Norden links.

 

NGC 7662 - "Blue Snowball". Auch das hätte eine RGB Belichtung sein sollen, aber ich habe die "Farb"-Aufnahmen aus bereits bekannten Gründen verworfen, dies ist nur eine 90 Sekunden Einzelbelichtung. Leichte Guidingfehler sind zu sehen, naja, ich habe halt vergessen, dass ich keine längeren Guidingintervalle als 1.5 Sekunden verwenden sollte... Mit 2 Sekunden Korrekturintervall sind dann eben leichte "Ausfahrer" bemerkbar, gut, aber das Bild ist auch in doppelter Größe dargestellt, wegen der Detailerkennbarkeit. Der Planetarische Nebel NGC7662 wird mit einer Gesamthelligkeit von 8.3 mag (visuell) beschrieben, und einer Ausdehnung von > 12". Ich hab mich selbst an diverse Messungen herangemacht. Als maximalen Durchmesser bring ich knapp über 30" zusammen, dann ist das Objekt aber schon völlig ausgebrannt. Der helle, ovale Ring misst grad einmal 9" in der längeren Achse, und die Ausdehnung der schwachen Hülle die auf dem obigen Bild sichtbar ist, macht rund 14". Der Zentralstern wird mit 12.5 mag angegeben, ich komme auf 12.2 mag. Die schwächsten Sterne die im obigen Bild sichtbar sind, liegen bei ca. 17.5 mag, die allerschwächsten Sterne die ich auf meiner Aufnahme finden konnte, haben um die 19 mag. Norden ist wieder links.

 

M76 - "Little Dumbbell". Ebenfalls ein "verhindertes" RGB Bild, stattdessen eine 2 Minuten Einzelbelichtung. Norden ist links. Die Gesamthelligkeit (visuell) wird mit 10.1 mag angegeben, die Ausdehnung >65". Der Zentralstern hat eine visuelle Helligkeit von 15.87 mag. Nach meinen Messungen ist die Ausdehnung des "Korken" 54" x 25", die auf meinem Bild schwach sichtbaren "Schmetterlingsflügel" breiten sich auf 97" aus. Beim Zentralstern kommt meine Messung auf 15.57 mag. Die schwächsten Sterne, die ich auf meiner Aufnahme finden konnte, kommen an die 20 mag heran.

 

14. 9. 2007: Visuelle Grenzgröße etwas besser wie in der Nacht zuvor. Mit 13 Grad nicht ganz so kühl, etwas weniger Luftfeuchtigkeit. Besseres Seeing. Fallweise ein paar Wolken, "Wattebauschen", die scheinbar über der Stadt entstehen - Anzeichen herbstlicher Nebelbildung... 

 

NGC 6811 - Scotty Houston's "Hole in a Cluster". Eine auffällige Sternenleere in der Mitte des Haufens. Die helleren Sterne liegen so um die 10 mag bis 14 mag und etwas schwächer. Reingestreut findet man jedoch relativ wenige schwache Sterne, die etwa 17mag bis 18 mag erreichen. Dies ist eine 60 Sekunden Einzelbelichtung, verkleinert. Der Durchmesser des Haufens wird variierend angegeben, etwa mit 13', aber auch 20' - habe ich im Deep Sky Field Guide gefunden. Der zentrale, etwa Omega-förmige Teil nimmt laut meinen Messungen ca. 4' ein. Das ist das, was man als visueller Beobachter als Sternhaufen bezeichnen würde.

 

NGC 6791. Ein sternreicher Haufen! 300 Sterne meint der Deep Sky Field Guide (der Uranometria 2000.0). Allerdings sind die meisten Sterne recht schwach. Um den Sternreichtum sichtbar zu machen, musste ich schon 5 Minuten belichten. Die hellsten Sterne liegen nach meiner Messung bei rund 12 mag, und die schwächsten die ich in dem Sterngewusel gefunden habe haben gegen 20 mag. Die schwächsten Sterne, die ich noch sicher als "Sterne" identifizieren konnte, liegen knapp jenseits von 20 mag. Die visuelle Gesamthelligkeit des Haufens liegt bei 8.3 mag, der Durchmesser wird mit 7' angegeben. Das, was ein visueller Beobachter empfinden würde, wären eher 5'. Eines steht aber fest: visuell kann man den gewaltigen Sternreichtum nur mit einem Teleskop sehr großer Öffnung einigermaßen ausschöpfen.

 

IC 5146 - "Cocoon Nebula". Den wollte ich wieder einmal sehen, und dafür habe ich 4 Minuten draufgehalten. Sowohl der gleichnamige Sternhaufen und der Nebel sind gut sichtbar. Die meisten Sterne des Haufens liegen bei rund 12 mag, gehen aber laut meiner Messung bis rund 16 mag und noch tiefer. Norden ist wie bei allen Aufnahmen links. Visuell ist der Cocoon Nebel bereits mit einem guten 4" Refraktor zu sehen, allerdings braucht es dazu einen sehr dunklen Himmel. Nebelfilter haben sich dabei als nicht hilfreich erwiesen.

 

NGC 7027. Ein sehr heller Planetarischer Nebel, daher habe ich nur 60 Sekunden belichtet, und das war schon fast zu viel. Von visuellen Beobachtungen kenne ich das Ding als Acht-förmiges Etwas mit einem schwachen Halo, wobei einer der "Bäuche" der Acht heller ist. Das habe ich auch gesehen, wenn ich das Bild aus dem "Schwarzen" heraus gekletzelt habe. Jedoch gewinnt bald der Halo Überhand, und die Acht drinnen wird überstrahlt und nimmt eher rechteckige Gestalt an. Um noch was rauszukitzeln, habe ich das Bild mit einer DDP bearbeiteten Kopie überblendet, so zeigt das Ergebnis etwas mehr Details, ohne so "unnatürlich" zu wirken wie die reine DDP Bearbeitung. Die visuelle Helligkeit von NGC 7027 wird im DSFG mit 8.5 mag angegeben, der Zentralstern mit 16.32 mag. Naja, einen Zentralstern kann ich in diesem Objekt nicht finden, dazu reicht mein 8" f/6 MN nicht aus. Der Durchmesser ist mit 15" angegeben, das macht der Länge nach die innere "Acht", mit dem Halo komme ich mit meiner Messung auf ca. 20" x 25". An diesem Objekt würde ich schon noch gerne mehr herumspielen, erstens in Farbe, und zweitens vielleicht mit Barlowlinse etwas mehr an Auflösung zu bekommen. In Ermangelung einer 2" Barlow würde da wohl nochmals mein ST-402 ME herhalten müssen.

 

NGC 7008. Ein "Wonnebrocken" von einem Planetarischen Nebel! Der gibt was her! Ebenfalls ein helles Objekt, visuell 10.7 mag. Ich habe hier 2 Minuten belichtet. Der Zentralstern hat laut DSFG 13.2 mag, die Ausdehnung wird mit 82" angegeben. Nun, schau'n wir mal was ich da eruieren kann: Beim Zentralstern komme ich auf 13.15 mag, erstaunlich nahe, und bei der Ausdehnung auf 49" x 42", das ist der auf obigem Bild sichtbare Teil. Wenn ich die Helligkeit voll aufdrehe, komme ich beim äußeren Halo auf immerhin knapp mehr als 60".

 

NGC 7076. Das ist wohl ein schwächerer Planetarischer Nebel. Hat 5 Minuten Belichtung gebraucht, und trotzdem ist noch nicht allzu viel zu sehen. Und wie man sieht, musste ich hart bis and den kratzigen Hintergrund gehen, um das Objekt halbwegs sichtbar zu machen. Die Helligkeit liegt laut DSFG bei ca. 13.2 mag visuell, der Zentralstern bei 17.4 mag, der Durchmesser ist mit 57" angegeben. Für den Zentralstern krieg ich ca. 17.3 mag raus, und den Durchmesser würde ich mit 30" x 28" angeben, viel mehr ist nicht drauf auf meiner Aufnahme. Hui, und einen der schwächsten Sterne die ich drauf habe, konnte ich mit 21.6 mag ermitteln.

 

Hu 1-2 (PK 86-8.1). Mit 12 mag visuell nicht gar so schwach, aber mit 5" Ausdehnung ein sehr kleines Ding. Der DSFG meint überdies dazu "smooth disk", was das 2 Minuten belichtete Foto allerdings nicht so bestätigt. Vielmehr schaut es nach einer breitgedrückten Sanduhrform mit einem schwachen äußeren Halo aus, der - wenn man die Helligkeit gut ausbalanciert - dem Objekt eher eine Z-Form verleiht. An Ausdehnung krieg ich allerdings etwa 12" x 9" raus, ca. 5" misst die Sanduhrform der Länge nach.

 

NGC 7026. Das ist eine 2 Minuten belichtete Aufnahme dieses Planetarischen Nebels. Visuell wird die Helligkeit mit 10.9 mag angegeben, der Zentralstern mit 14.8 mag, und die Ausdehnung mit  21". An den Zentralstern komme ich nicht ran, da fehlt es arg an Auflösung. Für den zentralen "Doppel-Box-artigen" Körper messe ich 10" x 8" an Ausdehnung, die "Ansen" nehmen eine Ausdehnung von ca. 17" ein. Wenn ich die Helligkeit ganz narrisch aufdrehe, misst das ganze Gebilde ca. 30" x 17".

 

15. 9. 2007: In den Morgenstunden dieses Tages hat es geregnet, der Himmel war klarer als die Tage zuvor, und zeigte ein tieferes Blau. Das machte sich auch in der Nacht bemerkbar. Das Seeing war durchaus gut. Fallweise gab es leichten Wind, mit 12 Grad war die Nacht etwa so kühl wie die vorhergehenden, aber diesmal blieb das Teleskop trocken, die Luftfeuchtigkeit war deutlich geringer. Ha, so einen Himmel hätte ich gerne öfter über meiner Sternwarte! Im Zenitraum gut 5.5 mag, die Milchstraße von Perseus bis Adler zu sehen, deutlich die Teilung im Schwan, und im Zenitraum durchaus gut strukturiert.

 

NGC 6765: Das ist ein etwas schwächerer Kandidat von einem Planetarischen Nebel, der 4 Minuten Belichtung verlangte, und das ist noch eher wenig dafür. Visuelle Helligkeit 12.9 mag. Über den Zentralstern gibt es keine Angaben, ich kann ihn auch nicht identifizieren, um vielleicht eine Messung zu machen.. Die Ausdehnung ist mit 38" angegeben. Ich komme mit dem zweigeteilten länglichen helleren Gebilde auf ca. 16", wenn ich den schwachen Halo mitberücksichtige (ist nur teilweise sichtbar auf obigem Bild) dann geht's vielleicht auf 23". Mehr bring ich da nicht raus.

 

M56. Wenn schon in der Nähe, konnte ich nicht widerstehen, dem Kugelhaufen M56 einen Besuch abzustatten. Dies ist eine 2 Minuten belichtete Aufnahme. Die visuelle Helligkeit wird mit 8.3 mag angegeben, die Ausdehnung mit 7.1'. Die hellsten Sterne hätten nach dem DSFG 13 mag. Nach meinen Messungen starten die hellsten Sterne knapp über 10 mag. Die arge Differenz ist vielleicht erklärbar, weil die Kugelhaufensterne prinzipiell eher gelb bis rötlich sind ("alte" Sterne eben) und der CCD Chip im Roten bei 640 nm seine maximale Empfindlichkeit hat. Das menschliche Auge fängt mit diesen Wellenlängen weniger an, da sinkt die Empfindlichkeit deutlich. So könnte ich mir den Unterschied erklären, dass die Sterne visuell um etliches schwächer sind als der rotlastige CCD Chip es empfindet. Naja, mit der Ausdehnung von 7' - auf dem POSS Bild vielleicht. Sicher nicht visuell. Selbst wenn ich die Helligkeit voll aufdrehe, bis das ganze Bild fast weiß ist, komme ich auf grad 2' 40" an Ausdehnung. Als visueller Beobachter würde man knapp 2' angeben.

 

NGC 7354. Oh, ein hübscher Planetarischer Nebel! 2 Minuten belichtet. Schaut ganz nach "kleinem Eulennebel" aus, und hat einen schwächeren Halo. Die visuelle Helligkeit ist mit 12.2 mag angegeben, der Zentralstern mit 16.1 mag - an den komm ich aber nicht ran. Die Ausdehnung ist mit >20" angegeben. Den inneren Teil messe ich mit ca. 15", mit dem schwachen äußeren Halo komme ich, voll aufgedreht, auf rund 22". Ein visueller Beobachter wird jedenfalls grad den inneren Teil wahrnehmen, und vielleicht mit großer Öffnung einen Hauch des schwachen Halos.

 

K 3-27 (PK 61+8.1). 4 Minuten. hab ich draufhalten müssen, bis ich etwas auf dem heruntergeladenen CCD Bild entdecken konnte. Ein wirklich kleines Fuzerl von einem Planetarischen Nebel. Die visuelle Helligkeit beträgt nach Hynes 14.3 mag, die Ausdehnung 16". Über den Zentralstern gibt es keine Angaben. Hep, den seh' ich aber deutlich, meine ich zumindest, also ran, was sagt meine Messung? Ich komme auf ca. 16.1 mag, das ist aber mit einer größeren Unsicherheit behaftet, weil ich bereits bei den Umgebungssternen auf arge Differenzen komme. Jedenfalls ist der Zentralstern schon "urschwach", das sieht man wohl schon an der Aufnahme - sofern es halt wirklich der Zentralstern ist. Mit den 16" Ausdehnung stimmt meine Messung überein.

 

NGC 7139. Ein schöner Planetarischer Nebel, "klassisches Scheibchen" - wie aus dem Bilderbuch. 2 Minuten Belichtungszeit waren grad recht. Die Gesamthelligkeit wird visuell mit 13.3 mag angegeben, der Zentralstern mit 18.1 mag. Ah, den seh' ich, da kann ich wieder probieren, was meine Messung rausbringt. Ich komme auf 17.12 mag, naja, 1 mag daneben, aber es ist ja klar dass meine Messungen nur ganz grobe Anhaltspunkte sind. 78" sei die Ausdehnung, ich komme aber grad einmal auf knapp über 40" und selbst wenn ich die Helligkeit voll anziehe, wird's nur  ca. 60".

 

PK 114+10.1 - missklassifiziert, kein Planetarischer Nebel, in Wirklichkeit ist es eine irreguläre Galaxie, es ist UGC 12261. Diesen Umstand habe ich allerdings erst klären müssen. So, da lassen meine Quellen allerdings fast aus, um irgendwelche Daten zu finden. Laut TheSky ist die Helligkeit 16.12 mag, die Ausdehnung 0.9' x 0.8'. Die von mit gemessene Ausdehnung ist ca. 27" x 24", also deutlich weniger. Ach ja, bevor ich's vergesse: 4 Minuten habe ich hier belichtet.

 

M 2-55 (PK 116+8.1). Das ist schon ein recht schwacher Vertreter der Planetarischen Nebeln. 6 Minuten misste ich belichten um das Objekt deutlich sichtbar einzufangen. Die Helligkeit wird visuell mit 14.2 mag angegeben, die Ausdehnung mit 40". Über den Zentralstern gibt es keine Angaben, und ich finde auch keinen auf meiner Aufnahme. Es scheint zwar so als ob in der Mitte eine schwache Verdichtung zu erkennen wäre, aber das ist sehr unsicher. Wenn, dann hätte dieses Ding vielleicht 16.5 mag. Die Ausdehnung messe ich mit rund 20", das ist das was auf obiger Aufnahme auch sichtbar ist, wenn ich "voll aufdrehe", geht's bis ca. 33".

 

NGC 40. Diesen Planetarischen Nebel habe ich 2 Minuten belichtet, passt so ganz gut. Die visuelle Helligkeit liegt bei 12.3 mag, der Zentralstern hätte 11.61, nach meiner Messung komme ich auf 11.4 mag. Die Ausdehnung wird mit  >37" angegeben, der helle Teil macht nach meiner Messung grad 23". "Voll aufgedreht" wächst das Objekt der Breite nach stark an und wird zu einem Oval, das dann tatsächlich 41" ausmacht.

 

IC 59. 6 Minuten habe ich auf diesen Reflexionsnebel draufgehalten, und dennoch ist er nur schwach rausgekommen. Tja, der CCD Chip ist halt bei 640 nm am empfindlichsten, und fällt ins Blaue ein bissl steiler ab als ins Rote. Visuell habe ich diesen Nebel schon im 8" MN gesehen, und das war gar nicht sooo schwierig. Hm, ich hätte ja durch den Blaufilter "schießen" können, wenn ich auf die Idee gekommen wäre. Nur, in Anbetracht  dessen, dass eh alles durch den Clear Filter lief, weil sich das Filterrad nicht drehte, hätte es sowieso nichts genützt.

 

IC 63. Auch an diesem Nebel habe ich 6 Minuten drauf gehalten. Allerdings sind hier deutliche Emissionsanteile dabei, und daher hat sich IC 63 weit leichter "einfangen" lassen. Und zum Abschluss noch einmal - Norden ist wie bei allen Aufnahmen links.

 

Das war's, fertig mit der Ausbeute der 3 Nächte. Ein paar Bemerkungen noch: Die Positionen etlicher Objekte sind in TheSky ganz schön daneben, aber das kenne ich auch von Katalogangaben, habe ich schon bei der visuellen Beobachtung erlebt. Meine photometrischen Versuche sind natürlich beeinflusst durch die maximale Empfindlichkeit des CCD Chips im Roten. Dadurch werden gegen visuelle Sternhelligkeiten, im V Band gemessen, rote Sterne überbewertet und blaue unterbewertet. Das kann schon ganz schöne Differenzen ausmachen. Und natürlich ist man auch von der Verlässlichkeit der Sternhelligkeiten von denen man ausgeht, angewiesen. Das war alles erst einmal ein Herantasten, ein erster Versuch. Irgendwann steht auch ein UBVRI Filtersatz an, dann werd ich wohl bessere Werte zusammenbringen, eingeengt durch die Bandfilter. Tja, und zu weiteren Erkundungsreisen dieser Art: in Zukunft werde ich - nachdem ich das Filterradl ja jetzt hoffentlich im Griff habe - wenigstens eine Aufnahme mit R, G und B Filter ziehen. Farbinformation gibt doch noch etwas mehr Detail her, und sagt auch etwas über die Strahlungscharakteristik der Objekte aus.

#owdii


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