3-fach Beobachtungsbericht ========================== 10./11. 11. 2001 Altenmarkt i.T. 15./16. 11. 2001 Ebenwaldhoehe 17. 11. 2001 Altenmarkt i.T. Neuerlich ein Bericht im Dreierpack. Und wiederum vorwiegend aus der Cassiopeia Milchstrassengegend - ich bin noch lange nicht damit fertig, alles abzustoebern, was sich so in den "koeniglichen Kittelfalten" verbirgt... Diesesmal hatte ich nebst dem Kometen C/2000 WM1 (LINEAR) Deep Sky Objekte aus den Katalogen NGC, IC, van den Bergh, Abell, Humason, Minkowski, Stock und Sharpless im Programm. Als Beobachtungsinstrument diente in allen drei Naechten der 8" f/6 Maksutov-Newton. Die Beobachtungsnacht vom 10./11. November war die erste frostige seit dem Sommer. Bei der Anfahrt nach Altenmarkt zeigte das Thermometer im Auto schon fallweise -6 Grad, so schlimm war es aber auf unserem Beobachtungshuegel dann doch nicht. Die Auffahrt dorthin war erst einmal durch einen Traktoranhaenger versperrt. Die Bauern holten offenbar vor der eisigen Nacht noch schnell die letzten Zuckerrueben ein. Ich wartete im Ort ein Weilchen, und ueberlegte schon, einen anderen Platz anzusteuern, da kamen die zwei Traktoren auch schon den Gueterweg herunter. Also ich wieder rauf, und siehe da, der Weg war frei. Oben hatte es nur etwa -3 Grad. Es war zu Beginn fast windstill, und es gab nur geringe Luftfeuchtigkeit. Walter kam etwa um 21 Uhr, und bald nach ihm tuckerte ein Traktor wieder den Berg herauf. Verdammt, muessen wir jetzt wohl unser Plaetzchen raeumen? Nein, offenbar war noch ein Anhaenger auf dem Feld draussen, der wurde halt abgeholt, dann war Ruhe. Der Himmel praesentierte eine freisichtigen Grenzgroesse knapp besser als 5.5 mag. Tief am Suedhorizont zog mit der Zeit eine Wolkenfront auf. Deren scharf begrenzte Oberkante war zeitweise fast blendend hell vom Wiener Licht, spaeter bildete sich in den Tallagen Nebel aus, und das Wiener Licht wurde stark gedaempft. Oh, so koennte es oefter sein hier, stellten wir fest, denn mittlerweile war sogar die Wintermilchstrasse gut ueber Fuhrmann und Einhorn hinunter zu verfolgen. Das Seeing war weniger toll, fuer ausgereizte Planetenbeobachtung taugte es nicht. Gegen 1 Uhr machte sich ein eisiger Wind auf, der immer laestiger wurde, und uns bald zum Einpacken trieb. Die Nacht vom 15./16. 11. 2001 sah uns auf der Ebenwaldhoehe. Walter war bei meiner Ankunft (etwa 20:15) schon dort, und mit dem Aufbau seiner Geraetschaft beschaeftigt. Es hatte etwa -4 Grad, und es gab einige Zentimeter Schnee. Obwohl der Himmel "nur" 6 mag geradeaus im Zenitraum bot, war der Osten auffallend dunkel. Zu Beginn war es windstill, die Luft sehr trocken; nicht einmal die Autoscheiben vereisten. Selbst beschlagene Okulare wurden rasch wieder klar. Dafuer kam auf einmal ein schneideneder Wind aus Nordwest auf, dem wir zwar noch ein Weilchen trotzten, aber um 0:45 war es uns dann endgueltig kalt genug... Zwei interessante Sternschnuppen gibt es zu berichten: Beide segelten langsam, quasi senkrecht zum Horizont hinunter. Die erste bald nach meiner Ankunft in Richtung Nordwesten, heller als Wega, orangeleuchtend, mit kurzer Spur. Die zweite gegen Ende der Beobachtung im Osten, auch sehr hell, aber weiss, und ohne Leuchtspur. Diese Nacht nutzte ich in erster Linie fuer Nachbeobachtungen. Irgendwer hatte sich aber gegen uns verschworen, denn bei Walters und meiner Ausruestungen machten etliche elektrische Einrichtungen schlapp, und zwar letal... :-( Die dritte Nacht war jene vom 17. November, wieder auf den Feldern bei Altenmarkt. Walter war schon dort, als ich kurz nach 20 Uhr eintraf. Mit etwa -3 Grad und geringer Feuchtigkeit aehnlich wie die Nacht erste Nacht dieses Berichts. Vor dem leichten Ostwind boten die Autos einigen Schutz. Der Himmel war im Zenitraum gegen die 6 mag gut, M33 sogar freisichtig auszunehmen! Vom Horizont herauf war es aber sehr dunstig, und es wurde mit der Zeit zunehmend dunstiger. So sank auch im Zenit die Grenzgroesse etwas ab. Und wie sollte es anders kommen, drehte der Wind auf Nord, und frischte eiskalt auf... Damit gaben wir uns noch vor Mitternacht geschlagen, und zogen Punkt 0 Uhr ab. Schade, denn um etwa 22:50 sahen wir unseren ersten Leoniden, und gleich drauf noch einen. Obwohl wir in der letzten Stunde unserer Beobachtung nicht staendig den Himmel abluchsten, kamen wir auf ein halbes Dutzend Leoniden, alle so um die 2 mag herum, und flitzeschnell. Oder waren es doch "Jaganiden"? Im Wald, ca. 3km suedlich unseres Beobachungsplatzes, ballerte naemlich ein Jaeger herum. Entweder hat er 5 oder gar 6-mal schiessen muessen, bis er seinen "Hirschen" endlich erlegt hat, oder hat er uns ein paar Sterndl runtergeschossen, die wir fuer Leoniden hielten? ;-) Jedenfalls waere wohl in den Morgenstunden noch einiges an Sternschnuppen zu erwarten gewesen. Nun zu den Beobachtungen. Angaben, sofern vorhanden, aus dem DSFG zur Uranometria, falls nicht auf andere Quellen verwiesen wird. Komet C/2000 WM1 (LINEAR): Dieses Ding hatte ich bereits am 9. 11. knapp vor Mitternacht von daheim aus erspaeht, im 7x50 Feldstecher. Der Bursche, um die 7 mag hell, kreuzte gerade durch den Perseus. In der naechsten Nacht war die Positionsaenderung schon deutlich festzustellen. Im Okular bei 54x wies der Komet eine dreieckige, leicht asymmetrische Koma auf. Der "Kern" war bei 240x ein dickeres, etwas diffuses, Bemmerl. Den besten Gesamteindruck hinterliess der Komet bei 80x. Am 15. 11. zeigte sich der Komet aehnlich, kaum veraendert, nur in der Bewegung am Himmel hat er deutlich an Tempo zugelegt. Am 17. 11. erschien uns der Komet etwas diffuser, nicht mehr so deutlich dreieckig. Bei 250x konnte vom "Kern" weg ein kurzer, scharf gezeichneter Jet beobachtet werden. Der "Kern" selbst erschien etwas laenglich, das koennte aber auch durch einen Stern verursacht worden sein, der durch die Koma durchleuchtete, und gerade mit dem "Kern" "verschmolz". Leider haben wir aufgrund des eisigen Windes auf eine Nachbeobachtung zu spaeterer Stunde vergessen. Walter erkannte bei 54x einen Schweifansatz, ich bin mir aber nicht sicher, ob es nicht der bereits bekannte asymmetrische Zipfel der Koma war. So, wenn schon unsere Fussballer nicht zur WM fahren, WIR haben unseren WM-Kometen, und zwar die Nummer 1 :-) vdb1: Ein Reflexionsnebel knapp suedsuedoestlich des hellen Sternes Beta Cass. 3 Sterne um die 9 mag weisen einen auffaelligen "Nebelhalo" auf. Bei 54x hatte ich bereits den Verdacht, dass hier etwas extra "nebelig" ist, bei 240x dann klar ersichtlich. Vergleichbar helle Sterne in der Umgebung waren "clean", ohne solch grossen Nebelhalo. Beobachtet wurde dieses Objekt in der ersten Altenmarkt-Nacht. NGC7789: Wer kennt ihn nicht, diesen sternreichen und imposanten Haufen? Bereits im 8x50 Sucher ist der Haufen als grosser Nebelfleck zu sehen, mitten in einer markanten Sternformation. Am schoensten wirkte dieses Objekt bei 80x im 15mm Panoptic Okular. Der Haufen hat einen etwa sechseckigen Umriss, wenn man so will. Die Sterne sind ueber die gesamte Flaeche ohne erkennbare Konzentration verteilt, in Gruppen und Ketten angeordnet. Knapp nordwestlich des Haufens sticht ein auffallend roetlich-orange leuchtender Stern ca 9. Groesse ins Auge. Ich konnte nicht umhin, diesen Haufen in allen drei Naechten zu bewundern... PK114-4.1 (Abell 82): Planetarischer Nebel mit 12.7 mag, 95" Durchmesser. Der Zentralstern hat 14.92 mag. In der ersten Altenmarkt-Nacht habe ich ohne Filter vorerst nichts bemerkt. Mit UHC bei 54x ein erster Verdacht. Am besten kam der Nebel bei 54x mit OIII Filter - ein sehr schwaches Scheibchen, nur indirekt, und kaum zu halten. Wir versuchten auch bei 80x mit UHC Filter. Einmal streifte dabei offenbar die "ultimative" Stelle meines Auges ueber das Objekt, da schien es mir, als wuerde ich einen unvollstaendigen Ring sehen. Soviel ich mich auch bemuehte, dieser Eindruck liess sich nicht wiederholen. Bei 80x mit OIII Filter war das Bild zu dunkel. Ein Sterndl haben wir wohl im Nebel entdeckt, aber das kann einfach nicht der 15 mag schwache Zentralstern sein. Die Ebenwaldnacht wies etwas bessere Bedingungen auf, und demnach konnte man sich bei der Beobachtung auch etwas weiter "aus dem Fenster lehnen". Der beste Eindruck ergab sich nun bei 80x mit OIII Filter. Ich wuerde nun sagen, ein ungleichmaessig ausgeleuchtetes Scheibchen, mit teilweise hellerem Rand. Diese Detailerkennung ist zwar sehr vage, aber speziell der Ringcharakter erinnerte mich an meinen "Supermoment" von Altenmarkt. Uebrigens, nochmals bei 54x ohne Filter probiert, geht. Das kann ich letzlich auch von der zweiten Altenmarkt-Nacht bestaetigen. Mehr habe ich da aber nicht an Abell 82 herumgespechtelt, es war mehr zum Test gedacht. PK112-10.1 (Abell 84): Planetarischer Nebel mit 13 mag und 126" Durchmesser. Von den Daten her noch ein wenig heftiger als Abell 82. Komisch, den Abell 84 hatte ich in der ersten Altenmarkt-Nacht aber eigentlich schneller - wohl aber nur, weil die Position markanter ist. Bei 54x mit OIII Filter gab es einen ersten "Verdacht", bei 54x mit UHC war er schwach, indirekt, blickweise auszumachen. Asymmetrisch, mehr zum Rand zu, blitzt ein Sterndl auf. Bei 80x mit UHC wurde mir das Bild schon zu dunkel. In der etwas besseren Ebenwald-Nacht war Abell 84 auch bei 54x mit UHC, oder bei 44x mit OIII am besten erkennbar. Dort am Rand, wo der Stern durch den Nebel guckt, schien der Nebel auch etwas heller zu sein - dieses Detail war nun bei 80x mit UHC noch rauszukletzeln. Ohne Filter liess sich hier aber gar nichts machen. St12: Dieser offene Haufen ist bereits im Sucher zu sehen und teilweise in Einzelsterne aufzuloesen. Auf einer Flaeche von rund 20' Durchmesser sind Sterne ab ca. 8 mag locker verstreut, ein durchaus respektables Objekt. Die Vergroesserung sollte ma halt nicht allzu sehr in die Hoehe treiben, ich beobachtete bei 54x. Ganz in der Naehe, fast noch in Beruehrung mit dem, was ich als Haufen erfasste, gibt es noch weitere Gruppierungen von Sternen, die aber wahrscheinlich zu dem Haufen zaehlen. St11: Etwa ein Dutzend Sterne ab ca. 8 mag, auf einer Flaeche von 10' verteilt. Gesehen habe ich dieses Objekt wohl, nur glauben konnte ich es nicht, weil ich es auf der anderen Seite eines markanten Sternes erwartete. Tja, ich konnte halt wieder einmal nicht Ost und West auseinanderhalten :-) Dort wo ich nach dem Haufen suchte, gab es halt auch Sterne, und was weiss man schon, was alles ein Sternhaufen sein soll :-) Also bedurfte dieses simple Objekt einer Nachbeobachtung, die schliesslich Klarheit brachte. Beobachtet wurde jeweils bei 54x, Altenmarkt(1) und Ebenwald. St19: Da haben wir es auch schon: Herr Stock, bitte, das soll ein Haufen sein? ;-) Gerade mal 6 Sterne ab etwa 8 mag, auf rund 3' Flaeche. Leicht zu finden, aber sowas von spektakulaer... Die Beobachtung stammt aus der ersten Altenmarkt-Nacht, bei 54-facher Vergroesserung. PK119-6.1 (Hu1-1): Dieser Planetarischer Nebel mit 12.3 mag und 5" Durchmesser befindet sich in einem sehr sternreichen Feld. Normalerweise ist die Suche nach solch wunzikleinen Objekten ohne detaillierte Aufsuchkarte recht schwierig. Aber die vielen Feldsterne in der Umgebung halfen, das Gebiet deutlich einzugrenzen, und dann zoomte ich einfach mal mit 240x hinein. Und siehe da, im Okular war ein kleines Scheibchen zu sehen. Um ganz sicher zu gehen, verdoppelte ich die Vergroesserung noch. Bei 480x gab es dann keine Zweifel, der Planetarische Nebel unterschied sich mehr als deutlich von den seeingbedingt dicken Sternen. Zu dieser Beobachtung bedurfte es keines Nebelfilters, und auch keiner Nachbeobachtung - die Sichtung gelang bereits in der ersten Altenmarkt-Nacht. NGC7686: Dieser offene Haufen ist mit 5.6 mag schon leicht im Sucher auszumachen. Etwa 20 Sterne ab ca. 6 mag sind auf eine Flaeche von 14' verteilt. Das Objekt wirkt wenig spektakulaer. Im DSFG wird es als "probably not a cluster" beschrieben. Beobachtet wurde bei 54x, in der ersten Altenmarkt-Nacht. PK122-4.1 (Abell 2): Ein Planetarischer Nebel mit 14.1 mag und 31" Durchmesser. Dieses Objekt beobachtet ich erstmals in der Ebenwald-Nacht. Bei 54x war ohne Filter nichts zu machen. Mit UHC Filter hatte ich ihn dann erwischt. Bei 80x mit UHC war das blasse Scheibchen am besten auszunehmen, aber immer nur kurz zu halten, indirekt natuerlich. Ich versuchte auch noch 120x mit UHC, das war aber schon wieder etwas schwieriger, und brachte auch keine Details zum Vorschein. In der zweiten Altenmarkt-Nacht musste dieses Objekt als Test fuer die Himmelsqualitaet herhalten. Huh, das war bei 80x mit UHC aber sehr "am Anschlag". Gut, zu dieser Zeit lag die Grenzgroesse durch den Dunst nur mehr um die 5.5 mag. Man sieht daran aber deutlich, welchen Unterschied ein bissl besserer Himmel machen kann... NGC281: Ein heller Emissionsnebel, bei 54x schon ohne Filter leicht zu sehen, zumindest unter dem beschriebenen Ebenwaldhimmel. Mit UHC Filter dann ein wunderschoener Anblick, der stark an Walters Foto mit dem 8" f/10 SCT erinnerte, nur ist visuell freilich kein Farbeindruck gegeben. Der dunkle Einschnitt, aufgrund dessen dieses Objekt auch den Beinamen "Pacman Nebula" traegt, war sehr deutlich auszunehmen. Im hellen Teil, etwa am "Knick", faellt eine kleine Gruppe von Sternen auf. Dies ist der Haufen IC1590, allerdings wenig spektakulaer. NGC281 wurde von uns nur auf der Ebenwaldhoehe beobachtet. PK118+8.1 (M2-56): Zur Erinnerung: Protoplanetarischer Nebel - mit 12 mag und einem Durchmesser von weniger als 5" angegeben. In meinem letzten Dreierbericht habe ich ja schon davon erzaehlt, und zwar, dass ich dieses Objekt nicht gefunden hatte. Ich vermutete eine falsch eingezeichnete Position in der Uranometria. Asche auf mein Haupt, ich nehme alles zurueck. Die Position in der Karte ist korrekt. Nur liess ich mich von einem aehnlichen Sternmuster im Okular wie dem auf der Karte gezeigten narren, und landete ein gutes Grad zu weit oestlich. In der Ebenwald-Nacht beschaeftigte ich mich wieder mit M2-56. Leider hatte ich das schlaue Buechel mit der genauen Aufsuchkarte vergessen. Also versuchte ich nun, im richtigen Areal den PPN zu finden. Ich schaetze die Position halt so gut es geht, und hielt Ausschau nach einem 12 mag Stern, was anderes erwartete ich ja gar nicht. Schoen, da war auch einer, der passen koennte, hohe Vergroesserung suggerierte sogar ein kleines Scheibchen, aber das waren seeingbedingte Effekte. Das grosse Zweifeln kam mir, weil dieses Ding nicht auf Nebelfilter ansprechen wollte. Daheim checkte ich die Aufsuchkarte, und richtig, wieder daneben. Zwar diesesmal nur etwa ein Viertelgrad, aber knapp daneben ist halt auch daneben. In der zweiten Altenmarkt-Nacht trat ich mit Aufsuchkarte bewaffnet nun zum Siegeszug an, oder was... Das korrekte Sternfeld hatte ich flugs im Okular, aber fix, die ganzen schwaecheren Sterne der Karte waren allesamt nicht zu sehen. Mhm, von meinen Recherchen im POSS kamen langsam Erinnerungen, jaja, diese Karte ist ein besserer POSS Abzug... Also klar, da gehn die schwaechsten Sterne bis gegen 19 mag, freilich werd ich da mit 8" Oeffnung nicht so viele davon sehen :-) Nun gut, nach einer ersten Orientierung, hatte ich die Position von M2-56 festgenagelt. Nur war da bei weitem kein 12 mag "Sterndl" zu sehen, irgendwas verdammt Schwaches nahm ich bei 54x zeitweise wahr. Etwas raetselnd wechselte ich auf 240x und guckte wieder ins Okular. Du liebe Guete, das ist doch ein Sterndl an die 14 mag, wenn nicht noch schwaecher... Ich schirmte mit beiden Haenden das Auge ab, und so konnte ich nach einiger Zeit die Position eindeutig ermitteln. M2-56 ist das oestlichste Sterndl einer etwas klumpigen, Ost-West verlaufenden kleinen Sternenkette. Die schwachen Sterne dieser Kette nahm ich als unaufgeloestes Geklumpe zeitweise wahr, ein gutes Indiz, dass wir hier gegen die 15 mag vorliegen haben... Nun der Versuch mit UHC Filter. Da war es erstmal zappenduster, ich konnte nur mehr die allerhellsten Feldsterne erkennen. Deshalb stieg ich auf 160x zurueck. Vorerst ohne Filter verschaffte ich mir in dem nun groesseren Gesichtfeld Orientierung. Mit UHC war es dann schwer genug, die schwaecheren Feldsterne zusammenzukriegen, die ich fuer die Orientierung brauchte. Und schliesslich gelang es mir ein paar mal, dort ein schwaches "Sterndl" aufblitzen zu sehen. Also schwaches Ansprechen auf Nebelfilter scheint gesichert. Dass ich nun am richtigen Objekt bin, bin ich mir wohl sicher. In roten POSS Auszuegen ist M2-56 naemlich deutlich heller als in blauen. Eine Nachbeobachtung mit dem 18" ist wohl empfehlenswert, da sollte es doch etwas einfacher sein, das Ansprechen auf Nebelfilter besser zu verifizieren. Na, wenn ich gewusst haette, auf was ich mich da einlasse, haette ich dieses Objekt nicht auf meine Liste gesetzt, oder vielleicht erst recht :-) Im Web fand ich jedenfalls keine Beobachtungsberichte zum Vergleich. Eine einzige Beobachtung mit einem 16-Zoeller fand ich in der vor einiger Zeit in "interstellarum" veroeffentlichten PN Beobachtungsliste. Da wird M2-56 als "schwach, stellar" beschrieben. Passt, wuerd ich sagen :-) Sh2-188: Diesen Emissionsnebel, etwa 10x3 Bogenminuten gross, versuchte ich in der zweiten Altenmarkt-Nacht zu beobachten. Mit UHC war bei 54x und 80x dort irgendwas Nebeliges, aber ohne Filter auch gleich ein Grueppchen von schwachen Sterndln, die fuer solche Effekte gut sind. Bevor ich weitere Aussagen dazu mache, moechte ich dieses Objekt noch unter besserem Himmel, und wenn geht, mit mehr Oeffnung sehen :-) NGC457: Ein offener Haufen mit 6.4 mag Helligkeit, 80 Sterne ab etwa 8.5 mag sind auf einer Flaeche von ca. 13' verteilt. Ja, es ist der Haufen, der genausooft, als Flugzeug, Eule oder Alien bezeichnet wird. Bei 54x gab es einen huebschen Anblick, aber bei 80x kamen doch noch weit mehr schwaechere Sterne zum Vorschein, der Haufen verlor die charakteristische Kreuzform, und schien mehr "rund", wie halt offene Haufen eher sind. Beim Nachzaehlen sind wir auf gut und gern 50 Sterne gekommen. Nach den restlichen 30 muesst man mit hoher Vergroesserung wohl indirekt fischen :-) Dieses, sowie die naechsten Objekte, wurde in der zweiten Altenmarkt-Nacht beobachtet. NGC436: Ein offener Haufen, unweit von NGC457, mit einer Helligkeit von 8.8mag. Bei 54x waren nur etwa ein Dutzend Sterne auszumachen, bei 240x konnten wir auf einer Flaeche von 5' etwa 30 Sterne zaehlen. IC59 und IC63: Die beiden schwachen Nebelflecken nahe des hellen Sternes Gamma Cass waren bei 54x zu entdecken, aber aufgrund der etwas nachlassenden Transparenz des Himmels schon etwas schwierig. Unter besserem Himmel habe wir die beiden Nebel schon mehr "auf Anhieb" gesehen. Wir versuchten auch in Walters 4" APO danach Ausschau zu halten, aber dafuer braucht es wohl wirklich exzellente Bedingungen. Mit klammen Fingern und gefrierendem Nasentroepferl versuchte ich in meinem Programm noch weiter zu kommen, gab aber beim Haufen K16 bereits auf, schon der fordert genauere Untersuchung, und wird wohl bis zum naechstenmal warten :-) Ach ja, an einem "unmoeglichen" PN hab' ich mich noch vergriffen: Abell 83 wird zwar mit 17.6 mag photographischer Helligkeit gelistet, freilich mehr als herb fuer einen 8", und vermutlich hart genug fuer den 18", aber man "kontrolliert" halt, es koennte ja auch einmal sein, dass ein Objekt deutlich heller als erwartet ist ;-) So war es aber nicht, definitiv war an der betreffenden Stelle nichts zu sehen. Speziell fuer den 18" Dob gibt es also wieder einige Objekte nachzubeobachten. Und wenn ich den Kerl erwische, der uns immer den kalten Wind aufdreht, den nehm ich das naechstemal mit zum Beobachten :-) #owdii