Mond bei Mars am 6. 10. 2003 (und Sternfeld-Testfoto mit Digi-Kamera) - Mistelbach

Nach einer Begegnung von Mond und Mars am 14. 8. 2003 kam es am 6. 10. 2003 erneut zu solch einem Ereignis. Zur Erinnerung und zum Vergleich hier noch einmal das Bild vom August:

Mond bei Mars am 14. 8. 2003

Nach einem Tag mit wechselhaftem Wetter klarte es am Abend des 6. Oktobers überraschend auf. Als ich spätabends von der Arbeit heimkam, fiel mir sofort der Anblick von Mond und Mars am Südhimmel ins Auge. Ich holte sofort Digitalkamera und Stativ, und begab mich in den Garten, um die Sache im Bild festzuhalten. Wolken und Vordergrund gab es diesmal nicht, dafür kann ich mit einem "interessanten" Bildchen aufwarten:

Mond bei Mars am 6. 10. 2003

Der Betrachter wird wohl die Stirn runzeln. Wenn Mars drauf sein soll, wird der Mond wohl überbelichtet sein, wenn der Mond korrekt belichtet werden soll, wird wohl Mars zu schwach sein oder gar nicht drauf sein. Stimmt. Dieses Bildchen ist gewissermaßen ein "Fake". Ich habe den Mond einer kurz belichteten Aufnahme in ein anderes Bild kopiert, wo Mars und ein überbelichteter Mond drauf war. Den überbelichteten Mond habe ich dann weggelöscht, und so ist dieses Bildchen entstanden. Der Mond wurde noch kontrastmäßig und mit Schärfungsalgorithmen bearbeitet, wobei letztere vielleicht etwas zu hart ausfielen. Einerlei, dieses Bild kommt dem näher, was ein Beobachter mit freiem Auge oder einem kleinen Fernglas sieht.

Eine Bemerkung noch zum ersten Bild: Der rote, asymmetrische Hof um den Mond ist ein Artefakt der Kameraoptik. Er ist auch auf meinen Aufnahmen diesmal zu sehen gewesen, der Hof geht immer zum Bildrand hin.

Tja, und nach der Mond/Mars Aufnahme juckte es mich, die Kamera nach Osten zu halten, um einmal auszuloten was dieses Ding so hergibt, ob die Pleiaden drauf sein würden. Das beste einer kleinen Bildserie habe ich bearbeitet, alles was nach "Stern" aussah, stehengelassen, und die anderen hellen und bunten Pixel wegeditiert. Einer Überprüfung anhand einer Sternkarte hat die Sache schon standgehalten, das was nun übrig ist, sind tatsächlich Sterne. Nicht einmal so schlecht, was bei 4 Sekunden Belichtungszeit rauskommt. Einen Gauß'schen Weichzeichner habe ich zuletzt drüber gelassen, um den Hintergrund zu glätten. Hier ist das Ergebnis

M45 und Umgebung

Gut zu erkennen sind die Pleiadensterne, sowie Zeta und Omicron Persei, weiters Xi Persei. Relativ deutlich auch 37 Tauri. Verwunderlicherweise sind sogar schwache Sterne bis 5.4 mag drauf, z.B.: 40, 42 und 54 Persei, 41, Phi, Psi und Chi Tauri, SAO 57229 sowie SAO 76256, 16 Tauri in den Pleiaden, und SAO 75871. Sterne identifiziert mit TheSky.

Es war schon schwierig und heikel, die schwachen Sterne aus dem bunten Pixelgewurl rauszukletzteln. Manche der schwachen Sterndl waren auf den ersten Blick so unauffällig, dass ich sie im ersten Anlauf für helle Pixel hielt, und glatt gelöscht habe. Erst als ich begann, die sichtbaren Sterne mit einer Sternkarte zu vergleichen und zu identifizieren, bin ich draufgekommen, dass da noch schwächere Kandidaten drauf sein könnten, und durch penible Suche im Originalbild bin ich tatsächlich noch fünfmal fündig geworden. Dafür musste ich einen vermeintlichen Stern "kippen", das war tatsächlich keiner.

#owdii


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