Beobachtungsbericht vom 27. 2. 2000 (Ebenwaldhoehe) Der Tag begann mit strahlend blauem Himmel, und endete auch so. Grund genug, wieder einmal eine Spechtlsession in Angriff zu nehmen. Bei der Verabredung mit Walter diskutierten wir den Beobachtungsplatz. Nachdem auf der Ebenwaldhoehe der Parkplatz durch Schnee, Eis und eine riesige Wasserlache nicht benuetzbar war, plaedierte ich fuer den Brentenriegel. Ich traf gerade ein, als mir Walter schon wieder entgegenkam. Am Sender wurden Wartungsarbeiten durchgefuehrt, was eine "Festbeleuchtung" bedeutet... Weil es oben auch windig war, steuerten wir als naechsten Punkt den windgeschuetzt gelegenen Schilift-Parkplatz Kalte Kuchl an. Bloederweis war dort nicht geraeumt, 20 cm hoch Schnee, daher weiter, doch auf die Ebenwaldhoehe. Zu unser Verwunderung war nicht schon alles von Spechtlern verstellt. Am Parkplatz fanden wir gleich neben der Strasse Platz fuer zwei Autos, und diesen nahmen wir gleich in Beschlag. Freilich war es durch die naechtliche Irrfahrt nun schon etwa 21:00 geworden. Erstaunt registrierten wir, dass es windstill war, und der Himmel praesentierte sich mit knapp 6mag Grenzgroesse. Kalt war es auch nicht, etwa um den Gefrierpunkt. Also wurde die Geraetschaft aufgebaut, mein 5.7" f/6 Maksutov-Newton zur visuellen Beobachtung, Walter brachte sein 8" f/10 SCT fuer's Galaxien-Fotografieren in Stellung. Zur Einstimmung gab es einen feinen Blick auf M42, ich hielt mich aber nicht lange damit auf, und begann wiederum, die Wintermilchstrasse nach - fuer mich - neuen Objekten abzustoebern. Der Start erfolgte mit dem Objekt, mit dem ich meine letzte Beobachtung beendet hatte: NGC2022, Planetarischer Nebel, 18" Durchmesser, 11.9mag. Bei 87x ohne Filer schon gut erkennbar, ergab sich bei 174x der beste Eindruck. Auch das Seeing zeigte sich von der guten Seite, bei hoher Vergroesserung feine Sterne. Weiter mit NGC2141, einem offenen Sternhaufen. 10' Durchmesser, 9.4mag Gesamthelligkeit, die hellsten Sterne gerade 13.3mag - ein etwas haerterer Brocken. Der Haufen war bei 40x als leicht aufgehellter, relativ grosser Fleck zu erkennen. Indirekt konnten wir etliche Einzelsterne rausspechteln. Bei 174x waren diese Einzelsterne recht deutlich zu sehen, aber vom Haufen natuerlich nichts mehr. Der bessere Gesamteindruck war doch bei 40x. Bei IC443 musste ich erfolglos aufgeben. Wahrscheinlich doch eine Schuhnummer zu gross fuer 5.7" Oeffnung... Ein schoener Anblick zwischendurch war der Haufen M35, im "Nachbarhaufen" NGC2158 konnten wir bei 40x ebenfalls indirekt Einzelsterne erkennen. NGC2174, an dem ich durch Zufall vorbeikam, war ohne Nebelfilter deutlich bei 40x auszunehmen. Mit der Suche nach den beiden kleinen Gasnebeln IC2162 und Sh2-257 ging etliche Zeit drauf. Diese beiden Objekte hatte ich schon vor 2 Jahren einmal beobachtet, diesmal aber Probleme, die Stelle ueberhaupt zu finden. Vielleicht, weil ich die Suche von der anderen Seite begonnen hatte? Und dann duerfte ich auch noch die falsche Vergroesserung gewaehlt haben. Damals war ich mir ziemlich sicher, die Dinger eindeutig identifiziert zu haben, diesmal spechtelte ich dran herum, ohne zu einem eindeutigen Schluss zu kommen. Vielleicht doch nicht ganz die richtige Stelle? Es steht jedenfalls fest, dass ich sie damals bei etwas dunklerem Himmel und etwas hoeher am Himmel erwischt hatte. Mit diesen Objekten habe ich auf jeden Fall noch eine Rechnung offen... Mittlerweile war leichter Wind aufgekommen, der nach und nach staerker wurde, ziemlich ungemuetlich. Auch kam es mir vor, dass der Himmel etwas heller gworden waere. Gut, mein naechster Kandidat war wohl ein extrem harter Brocken, soll aber angeblich nicht unmoeglich sein fuer Sechszoeller - der Konus-Nebel. Zu fortgeschrittener Stunde stand der Weihnachtsbaumhaufen auch nicht mehr sehr hoch, und ich weiss, ich habe die Nebel um S Mon schon sicher deutlicher gesehen. So gehts sicher nicht... Eigentlich wollte ich schon aufgeben, raffte mich aber nochmals auf, ein paar neue Objekte zu erkunden. Gar nicht sooo schwer war dann der grosse Reflexionsnebel IC2169. Bei 40x ohne Filter relativ leicht erkennbar, zeigte sich der Suedteil am hellsten, darin eingebettet ein Sterndreieck. Zusammen mit einem weiter noerdlich im Nebel stehenden Stern ergab sich so ein "Y" in dem Nord-Sued elongierten Nebel. Ein wenig oestlich davon sind zwei kleine Reflexionsnebel, NGC2245 und NGC2247, zu entdecken. Bei 40x als etwas verdaechtig nebelige Sterne, bei 87x dann ohne Zweifel, vor allem indirekt sehr gut sichtbar. Wie ich diese huebschen Dinge Walter zeigen wollte, musste ich zur Kenntnis nehmen, dass die Objekte grad hinter den Baumwipfeln verschwanden - aus. Der Wind war mittlerweile schon recht kraeftig und boeig geworden. Eigentlich wollte ich jetzt zusammenpacken, aber Walter ueberredete mich noch zu ein paar Galaxien-Blicken. Gleich einmal M81/82. Walter konnte andeutungsweise an M81 bei 40x die zwei Spiralarme ausnehmen, ich war schon zu muede dafuer. Auch die beiden kleinen Begleitgalaxien NGC3077 und NGC2976 "nahmen" wir mit. M51 war bei 97x ideal, indirekt kamen die Spiralarme recht gut raus, und auch die typische Form des "Anhaengsels". Unser letztes Objekt war schliesslich M101. Hier erwies sich 58x als ideale Vergroesserung. So konnte man indirekt andeutungsweise zwei Spiralarme und einige "Lichtknoten" erkennen. Nun war es schon gegen 1 Uhr, endgueltig Zeit fuer mich, heimzufahren. Walter hatte grad noch eine Aufnahme laufen, die er aber schliesslich vorzeitig abbrechen musste, weil ihm ein hefiger Windstoss den Leitstern verblasen hatte... Howdii