Doppeltest: TAL-2 (Siberia 150) - GAT 10" Wer seine ersten Erfahrungen am Sternenhimmel mit Feldstecher oder einem kleinen Kaufhausteleskop gesammelt hat, wuenscht sich meist sehnlichst ein "richtiges" Fernrohr. Nur, kaum holt man Informationen ein, schreckt man vor den bisweilen "astronomischen" Preisen zurueck. Gerade beim ersten Fernrohr moechte man oft nicht extrem viel investieren, weil ja schliesslich die Erfahrung in diesen Dingen fehlt, und bei so manchem Sternfreund setzt das Budget sowieso enge Grenzen. Ja, man findet auch Angebote zu einem durchaus noch akzeptablen Preis. Aber, was taugen denn diese Geraete? Vorigen Sommer hatte ich Gelegeneheit, zwei erschwingliche Teleskope einem naeheren Test zu unterziehen. Es handelt sich dabei um den TAL-2, einen parallaktisch montierten 6" f/8 Newton (Komplettangebot), und einen 10" f/5.6 Newton mit Dobsonmontierung, den 10" GAT. Der TAL-2 kostet als Komplettangebot ca. 15.000 Schilling, der 10" Dob inklusive Telrad und einem 25 mm Ploessl Okular etwa 18.000 Schilling. Beide Rohre liegen also unter 20 Tausendern, allerdings muss man beim 10" noch zusaetzliche Kosten fuer die Anschaffung weiterer Okulare einkalkulieren. Der TAL-2 ist ein Russ', der 10" Dob ein Ami. Was kriegt man da fuer's Geld? Ich kann hoffentlich mit meinen Erfahrungen ein bisserl weiterhelfen. Die Geraete wurden uebrigens dankenswerterweise von Hrn. Rhemann (Astrostudio Kamera, Wien) zur Verfuegung gestellt, und wer etwa beim BAA Spechtlfestl war, hat sie dort live bewundern koennen. Fangen wir gleich mit dem TAL-2 (tlw. auch als Siberia 150 bekannt) an. Lieferumfang: Tubus mit Newtonoptik (Oeffnung 150 mm, Brennweite 1200 mm), Dreifuss-Saeulenstativ, parallaktische Montierung mit 12V~ Nachfuehrmotor (ja, richtig gelesen, Wechselstrom!), Trafo 220V/12V, 3 Okulare (42 mm Kellner, 25 mm Ploessl, 15 mm Kellner), 4x-Barlow, 8x50 Sucher inklusive Sucherhalterung, Farbfilter zum augenseitigen Aufstecken auf die Okulare (gelb, blau, rot, gruen, grau=Mond, schwarz=Sonne), Oeffnungsblende fuer Sonnenbeobachtung, Sonnenprojektionsschirm, liebevolle Beigaben wie Fetzerl, Pinsel, Schraubenzieher, und ein gutes, englischsprachiges Manual. Alles verpackt in 2 stabilen Transportkisten aus Sperrholz, in liebevoll ausgefuehrte Holzeinbauten mit Filzauflage eingepasst, fuer's Zubehoer ist sogar ein eigenes Kisterl mit Deckel eingebaut. Deutlich ersichtlich alles Handarbeit, und wenn's auch ein wenig patschert wirkt - ruehrend, mit welcher Sorgfalt die Ausfuehrung erfolgte, als wenn's ein lieber, besorger Onkel eingepackt haette... So zum Beispiel sind die Okulare, die Barlow, und der Sucher wie Zuckerl in Seidenpaier eingewickelt. Das Aufbauen dauert das erstemal, wenn man die Teile erst alle einzeln herauskletzeln muss, fast eine Stunde. Mit einiger Routine schafft man's aber dann in gut 20 Minuten, das Ding auf- oder abzubauen. Nur riechen die Metallteile recht intensiv nach russischem Maschinenoel. Der Geruch an den Haenden ist sehr dauerhaft, ich hab's erst mit einer Fluessigseife, die ich bei Muttchen "gefladert" hab', geschafft, den Stinkertores wieder loszuwerden. Fertig aufgebaut wiegt das Teleskop gut 40 kg, und sieht eher nach "mein kleines Gartenobservatorium" denn transportabel aus. Demnach kann man sich vorstellen, dass die zwei Transportkisten mit Inhalt auch ganz schoen schwer sind, es ist aber gerade noch zu schaffen, sie allein ins Auto ein- und auszuladen, und das Auto sollte tunlichst einen grossen Kofferraum haben; die eine Kiste, die den Tubus enthaelt, ist immerhin mehr als 1.20m lang. Das Stativ steht sehr stabil, auch die Montierung sieht stabil aus, hat aber ein bissl viel Spiel in RA, und ist deshalb im Betrieb etwas wackelig. In RA gibt's eine Rutschkupplung, deren Haerte einstellbar ist, und in Dekl. eine Bremse, die von extrem leichtgaengig bis Blockieren eingestellt werden kann. Wenn man sie etwa auf dieselbe Haerte wie die Rutschkupplung einstellt, braucht man, um das Rohr zu positionieren, keine Klemmen auf- oder zumachen. In beiden Achsen gibt's zudem eine Feinbewegung, die allerdings etwas ruppig arbeitet. Auch die Feinbewegung in RA ist mit einer Rutschkupplung versehen, man kann also bei eingeschalteter Nachfuehrung ohne Probleme das Rohr mit der Hand oder der Feinbewegung positionieren. Der Motor ist bloederweise fuer 12V Wechselstrom ausgelegt, d.h., man ist an und fuer sich an eine 220V/50Hz Steckdose gebunden; fuer Elektronikbastler sollte aber auch diese Einschraenkung kein Problem sein. Das Kabel vom Trafo zum Motor ist wenigstens huebsch lang und schoen flexibel. Der Tubus ist vorn und hinten mit einem Deckel verschlossen. Der Hauptspiegel kann nach Abnahme des hinteren Deckels ohne Werkzeug mit drei Schrauben justiert werden. Der Fangspiegel ist mittels vierarmiger Spinne montiert, und ebenfalls justierbar. Der Fokussierer ist ein eigenes Kapitel: Es ist ein Rack und Pinion Fokussierer, der auch ein bissl ruppig geht. Die Haerte ist einstellbar. Der Fokus liegt sehr weit ausserhalb des Tubus; um die mitgelieferten Okulare in Fokus zu bringen, wird ein Distanzadapter aufgeschraubt. Die Okulare werden darin aber mittels Klemmring gehalten, nicht wie gewohnt mit einer Klemmschraube. Der Durchmesser der Okulare ist auch etwas eigenartig. Herkoemmliche 1.25" Okulare sitzen mit sehr viel Spiel im Fokussierer, und die mitgelieferten Okulare passen umgekehrt nicht in einen standardmaessigen 1.25" Auszug, sie sind ein Alzerl zu gross. Man kann mit den mitgelieferten Okularen tadellos beobachten, keine Frage, nur, wenn man aufruesten will, und herkoemmliche 1.25" Okulare zukaufen, muss man auch einen entsprechenden Adapter beim Feinmechaniker fertigen lassen, allein schon deswegen, um diese Okulare dann auch bei dem sehr kurzen Fokussierweg richtig in Fokus bringen zu koennen. Gleich ein paar Worte zu den Okularen: Auch sie entsprechen vom Aussehen her nicht dem gewohnten Standard. Klarerweise auch keine Filtergewinde. Die Linsen sehen nicht verguetet aus, ich kann mich aber auch taeuschen. Jedenfalls, wenn sie verguetet sind, dann nicht sehr wirkungsvoll. Innere Reflexionen sind die Folge, bei den Kellner-Typen logischerweise weit stoerender als beim "symmetrischen" Okular, also dem Ploessl. Die optische Qualitaet ist aber ansonsten ordentlich, auch die 4x-Barlowlinse, die ebenfalls unverguetet aussieht, ist brauchbar. Man kann mit den Okularen und gegebenenfalls Barlow folgende Vergroesserungen erreichen: 28x, 47x, 80x, 111x, 190x, 315x. Der 8x50 Sucher ist mit einer liebevoll und aufwendig gestalteten Sucherhalterung montiert, und von guter Qualitaet. 7 Grad grosses Gesichtsfeld, verguetetes Objektiv, Ploessl-Okular mit einem Ring als Mittenmarkierung. Die Taukappe wird einfach aufgesteckt, Deckel fuer Objektiv und Okular sind keine dabei (ich hab' ein Joghurtbecherl als Objektivabdeckung verwendet). Nun zur Optik. 6" f/8 Hauptspiegel, wie erwaehnt, der Fangspiegel ist relativ gross (26% Obstruktion). Der Fokus ist wie bereits erwaehnt weit aus dem Rohr herausverlegt, somit fotografisch zugaenglich. Das voll ausgeleuchtete Bildfeld misst etwa 18 mm im Durchmesser, die Bildfeldausleuchtung ist damit fuer das Kleinbildformat 24x36 akzeptabel. Aufgrund der etwas wackeligen Montierung moechte ich eigentlich das Fotografieren mit diesem Rohr nicht wirklich empfehlen, aber erste Versuche sind durchaus drin. Ueber die Qualitaet der Optik will ich hier nicht in zweifelhaften Floskeln referieren, sondern anhand von Beobachtungsergebnissen zeigen, was los ist - vorweg: Optik durchaus brauchbar. Beobachtet habe ich nicht unter optimalen Verhaeltnissen, sondern daheim, unter maessig lichtverschmutztem Himmel. Somit ist sicher, dass die von mir erzielten Beobachtungsergebnisse an guten, dunklen Standorten leicht uebertroffen werden koennen. Hier die Ergebnisse: M57, bei 190x schoen, auch bei 315x noch gut! Sterndl 12. Groesse neben dem Ringnebel sichtbar. M13 bei 190x recht schoen aufgeloest. M27, Hantelform gut erkennbar, auch bei 87x noch hell genug, bei 190x und gutem Seeing indirekt zwei Sterne im Nebel, einer davon der Zentralstern! M52 und der doppelte Haufen im Perseus bei 47x huebsch. M31, auch die Begleitgalaxien M32 und NGC205 einwandfrei erkennbar. Epsilon Lyrae bei 111x vierfach, bei 190x gut getrennt, bei 315x sehr deutlich. Delta Cygni bei 190x getrennt. Saturn, zur Zeit der Kantenstellung des Ringes: Den Ring als schwarzen Strich quer ueber den Aequator, ein Wolkenband, die Monde Titan, Rhea, Dione und Thetys sichtbar. Na, ist das nix? Alles mit den mitgelieferten Okularen beobachtet! Mein Lieblingsokular war dabei das 25mm Ploessl, auch in Kombination mit der Barlow. Beim Doppelhaufen im Perseus hab' ich einmal mein 22mm Panoptic mit der Hand in den Fokussierer gehalten - eine Pracht! Nur, dieses Okular kostet allein fast ein Drittel des ganzen TAL-2... Die Nachfuehrung brummelt brav vor sich hin, und arbeitet brav, eben so gut wie die Poljustierung ist. Nur bei Saturn ist mir aufgefallen, wenn er noch sehr tief stand, dass der Antrieb das Rohr in leichte Schwingungen versetzt. Das war aber durch Verschieben des Gegengewichtes in Griff zu kriegen. Mit Nachfuehrung zu beobachten ist natuerlich recht kommod. Das Rohr schwingt nach Beruehrung zwar in relativ grossen Amplituden, steht aber nach laengstens drei Sekunden wieder. Durch die Nachfuehrung ist ein ruhiges Beobachten moeglich, was ja schliesslich Grundvoraussetzung fuer ein ordentliches Beobachtungsergebnis ist. Die Abbildungsleistung ist insgesamt gut mit der meines 6" Intes Mak zu vergleichen. Im direkten A-B Vergleich mit einem sauscharfen 5.7", dem Ceravolo HD145 zeigten sich schon Unterschiede, aber was will man, allein die Optik des Ceravolo kostet schon mehr als das Doppelte des TAL-2... Und nun zum 10" GAT: Dieses Geraet ist mir schon vor einiger Zeit in diversen amerikanischen Astromagazinen als "Discovery" aufgefallen, durchaus gut bewertet. Umso interessanter, dass ich jetzt so ein Ding einmal selbst begutachten durfte. Der in Europa von Grab Astrotech unter GAT Telescopes vertriebene Dob ist jedenfalls tatsaechlich ein Discovery. Geliefert wird in drei Schachteln: eine mordstrummlange davon enthaelt den Tubus, die zweite den Hauptspiegel, und die dritte die Rockerbox, zerlegt. Man muss das Teleskop selbst zusammenbauen, was aber kein Problem ist. Die Rockerbox ist so einfach wie ein Ikea-Moebel zusammenzuschrauben. Der Hauptspiegel ist mit einer Markierung versehen, wie er eingebaut werden soll, damit die werksseitige Kollimation der Optik erhalten bleibt. Dazu gleich eine Anmerkung: manchmal sind die Optiken trotzdem leicht dejustiert, was aber nicht eine Nachlaessigkeit des Herstellers ist, sondern durch den Transport bedingt. So war auch beim GAT (genauso beim TAL-2) leichtes Nachjustieren notwendig. Jedenfalls, der Hauptspiegel ist ruckzuck eingebaut, und auch das Montieren des Telrad ist ein Kinderspiel. Ein Dob ist ja schnell zum Beobachten aufgebaut: Rockerbox hinstellen, Tubus auflegen und basta. Der ca. 150 cm lange Tubus hat allerdings schon ein huebsches Gewicht, und gerade wenn man ihn nicht exakt im Schwerpunkt erwischt, wirkt er schon einigermassen unhandlich. Das fertig aufgebaute Teleskop wiegt immerhin an die 40 kg, den Loewenanteil davon hat sicher der Tubus. Das Rohr laesst sich zwar weich bewegen, aber man ahnt schon beim Angreifen, dass der "Ikea" Rockerbox nicht gerade die legendaere Dob-Stabilitaet eigen ist. Das Rohr schwankt und wackelt nach, und mit einem schweren Okular im Fokussierer gibt der Tubus nach dem Auslassen noch ein wenig nach. Auch zieht der Tubus beim Auf-Ab ein wenig schief, und streift in der Folge an der Rockerbox - eine seitliche Fuehrung der Dec Raeder waer' guenstig. Der Tubus ist aus dem Material, zu dem die Ami "Sonotube" sagen. Wer nicht weiss, was das ist, stelle sich eine ueberdimensionale Klopapierrolle vor, also ein dickes Papprohr, lackiert, damit es auch feuchte Naechte schadlos uebersteht. Begeisterung loest der Fokussierer aus. Es ist ein Astro Systems Phase III Auszug (nach Crayford) - sowas findet man normalerweise erst an wesentlich teureren Rohren. Der Fangspiegel ist in einer vierarmigen Spinne gehalten, und ist voll justierbar. Der Hauptspiegel kann ohne Werkzeug mittels dreier Fluegelmuttern justiert werden. Um die Justierung zu erleichtern, ist der Hauptspiegel mit einer Mittenmarkierung versehen. Wie bereits schon erwaehnt hat der Hauptspiegel einen Durchmesser von 10" (250 mm) und ein Oeffnungsverhaeltnis von f/5.6 (Brennweite 1400 mm). Der Fangspiegel bewirkt eine Obstruktion von ca. 21%. Die Qualitaet der Optik will ich wieder anhand von Beobachtungsergebnissen aufzeigen, vorweg moechte ich nur sagen: fein, fein! Der Test erfolgte ebenfalls daheim, unter vergleichbaren Bedingungen wie beim TAL-2. Also ist auch hier an einem dunklen Beobachtungsort einiges mehr zu erwarten. Hier einige Eindruecke: Nadelfeine Sterne, bei Widefieldbeobachtungen mit einfachen Ploessl Okularen macht sich natuerlich schon Randunschaerfe bemerkbar, mit astigmatismuskorrigierten Okularen wie meinem Panoptic war die Randabbildung aber doch weit weit besser. Bei hoeherer Vergroesserung gab's keine Klage mit meinen Baader und Zeiss Okularen. An M27 und M57 brachte der 10" gegenueber dem, was ich von meinem Ceravolo her kenne, keinen Informationsgewinn, die Objekte erschienen etwas heller. Im Hantelnebel zeigte der 10" bei 190x den Zentralstern und einen weiteren Stern. Eps Lyrae war bei 140x schoen vierfach zu sehen, bei 190x ganz deutlich getrennt. Cirrusnebel mit OIII Filter: fuer eine Beobachtung unter "suburban skies" gut erkennbar, das muss bei dunklem Himmer schon einigermassen was hergeben. Nordamerikanebel mit OIII Filter: im Gebiet um den "Golf von Mexico" schoen Strukturen zu erkennen, etwa so, wie ich's vom Ceravolo her unter guten Bedingungen kenne. M15: Bei 190x bis ins Zentrum hinein aufgeloest. Andromedagalaxie mit M32 und NGC 205 deutlich erkennbar, auch die Begleiter nicht zu uebersehen, obwohl diese Himmelsgegend sehr stark aufgehellt war. Der Doppelhaufen im Perseus mit dem 22 mm Panoptic Okular eindrucksvoll. Diverse Nebelkomplexe der Gamma Cygni Nebel mit OIII zu erahnen. Und schliesslich Saturn. Saturn! Wow! Den Ringplaneten hat der 10" mit bestechender Schoenheit gezeigt, bei 190x, mit einer Schaerfe und Brillanz, wie ich sie von meinem Ceravolo gewohnt bin. Da macht auch das Planetenspechtln Spass! Deutlich noerdlich und suedlich des Aequators Wolkenbaender, der Ring als schmale helle Linie seitlich des Planeten, und vor dem Planetenscheibchen als hauchfeine, schwarze Linie zu sehen... na, ich muesst's aufzeichnen, die Beschreibung kann das nur unzutreffend wiedergeben. Leider macht sich auch in der Nacht die mangelnde Stabilitaet der Montierung bemerkbar, bei jeder Beruehrung des Rohres oder Fokussierers wird das Rohr in wilde Pendelschwingungen versetzt. Klarerweise ist diese Konstruktion auch windanfaellig... Bis ca. 200x laesst sich jedenfalls mit einiger Routine schon beobachten, darueber wird das Nachfuehren recht muehsam. Mag sein, dass die Plastikfusserl, auf denen die Rockerbox steht, die Situation so schlimm machen, ich haett' eigentlich versuchen sollen, die Grundplatte der Rockerbox auf stabile Holzkloetze zu stellen, habe aber in der mir zur Verfuegung stehenden Zeit mehr auf die Optik geachtet. Insgesamt kann man sagen, beim 10" GAT steckt das meiste Geld in einer guten Optik, Schwachpunkt ist die Montierung, so oder so. Geschickte Bastler koennen sich aber sicher etwas einfallen lassen, um dieses Problem weitgehend in Griff zu bekommen, die Optik waer's wert. Perfektionsgeraete erwartet man ja kaum zum gegebenen Preis, und man hat gesehen, wo man Abstriche in Kauf nehmen muss. Eigeninitiative, um im Detail Verbesserungen zu erreichen, ist bei beiden Geraeten sicher kein Nachteil. Fassen wir kurz nocheinmal zusammen: TAL-2: Brave, brauchbare Optik, ausreichend stabile Montierung, Okulare entsprechen nicht dem gewohnten Standard, sind aber brauchbar; Handicap: Nachfuehrung braucht Netzanschluss, andrerseits ist der Antrieb sehr kommod beim Spechtln. Als Set betrachtet ist der TAL-2 sein Geld wert, allemal. GAT 10": Gute Optik, weniger stabile Montierung, hochwertige, in dieser Preisklasse unuebliche Mechanik am Tubus, Tubusmaterial in der gegebenen Ausfuehrung ok. Einen 10" mit vergleichbarer Optik wird man um diesen Preis nicht schnell finden. Fuer ein brauchbares Okularset muss man jedenfalls noch Kosten einkalkulieren. Die Entscheidung ist sicher nicht leicht: Den 6" Oeffnung des TAL-2, in klassischer, parallaktischer Bauweise, mit dem Komfort einer Nachfuehrung, und mit klassischem Sucherfernrohr, stehen die 10" der azimutalen, "handgeruckten" Dobson-Welt mit Telrad-Finder des GAT gegenueber. Klar bringt die groessere Oeffnung des GAT beim Beobachten Vorteile, andrerseits ist der Unterschied zum Sechszoeller nicht sooooo dramatisch, wie man vielleicht meinen moechte, und der TAL-2 beinhaltet (eingeschraenkt) noch die Option der Fotografie. Es geht also nicht nur um die Oeffnung, sondern auch ein bissl um die persoenliche Neigung, zu welchem Konzept man tendiert. Ich habe mit beiden Rohren meinen Spass gehabt. An die Transportkapazitaet stellen beide Geraete erhoehte Ansprueche, wenngleich ich alle zwei auf einmal in meinem fuenftuerigen Mittelklasse-PKW zum BAA-Spechtlfestl gekarrt habe, so ist bereits fuer den Transport eines der beiden ein Auto von oben erwaehnter Groesse empfehlenswert. Jedenfalls, so finde ich, ist es moeglich, zu moderatem Preis den Einstieg in die Sternguckerei mit einem "richtigen" Fernrohr zu schaffen. Howdii