Orion und Stier
Nach den ersten Sternfeld Testbildern in den Weihnachtsferien wollte ich sehen, ob die blauen Höfe um die hellen Sterne mit einer anderen Weißabgleicheinstellung verschwinden würden. Nun, bei Abgleich auf Sonnenlicht sind die blauen Höfe zwar nicht gänzlich weg, aber stark reduziert. Zumindest bei 10 Sekunden Belichtung kaum zu sehen, sofern man nicht in der vollen Auflösung regelrecht danach sucht. Das nachstehende Bild ist außer einen winzigen Gamma-Anhebung unbearbeitet.

23. 1. 2004 22:46 MEZ - Orion/Stier am Westhimmel - 10 Sekunden bei f/3.2, ISO 400 , Weißabgleich: Sonne
Mond und Venus
Zu Weihnachten war mir wohl irgendetwas im Weg, wahrscheinlich Wolken. Diesmal erwischte ich aber die "Begegnung" zwischen Venus und der schmalen Mondsichel.

24. 1. 2004 16:51 MEZ - Mond und Venus - 1/160 Sekunde bei f/4, ISO 400, Weißabgleich: manuell in der Dämmerung
Venus
Dann wollte ich Venus noch afokal im Teleskop fotografieren. Ein kurzer "Taxi-Einsatz" verhinderte, dass ich gleich das Teleskop aufstellen konnte. Bis es soweit war, stand Venus schon ein Stück tiefer, und es war dunkler geworden. Das Teleskop - mein 5.7" f/6 Maksutov-Newton - war auch nicht voll austemperiert, hatte etwa 5 Grad mehr drauf als die eiskalte Außenluft. Demnach war das Bild der Venus bunt wie nur irgendetwas. Es bedurfte einiger Spielerei bei der Bildbearbeitung, dann war dieses "Laberl" zu sehen, immer noch mit etwas Farbsaum.

24. 1. 2004 17:26 MEZ - Venus im HD145 - afokal, 15mm Okular - 1/50 Sekunde bei f/4, ISO 400, Weißabgleich: wie oben
Saturn
Die Nacht versprach klar und saukalt zu werden, also ließ ich Montierung und Teleskop gleich für eine Saturnbeobachtung draußen. Das sah unser liebes "Haustierchen", ein Marder, wohl als Eindringversuch in sein Revier. Um seine Vorherrschaft zu dokumentieren, fiel dem Viech nichts besseres ein als unter die Montierung zu sch...en. Ich hab mich dann beim Beobachten gewundert, was da für "Steine" herumliegen, dabei waren das gefrorene Mardertrümmerl. :-)
Visuell war Saturn ein Augenschmaus. Es hat sich ausgezahlt, das Teleskop ordentlich auskühlen zu lassen. Auch wenn mir beim Berühren fast die Finger am eiskalten Metall festfroren. Das Seeing zeigte sich von einer durchaus feinen Seite. Immer wieder gab es längere Phasen, in denen Saturn messerscharf gezeichnet bei 217x dastand wie auf einem Dia, eigentlich noch schöner. Die Cassini-Teilung war wie ausgestanzt zu sehen, im A-Ring das "Encke-Minimum" fast umlaufend, interessant der minimale Schattenwurf der Planetenkugel auf dem Ring, der C-Ring war deutlich gegen den dunklen Himmel auszunehmen, etwas Struktur im prominenten Wolkenband zu erkennen, und sogar das schmale, extrem kontrastschwache Äquatorband konnte ich in den besten Augenblicken erspähen.
Natürlich "juckte" es, die Kamera auch bei Saturn ans Okular zu halten. Das ist allerdings recht mühsam. Die einen Bilder zersaust das Seeing, dann verwackelt man wieder etliche. Von über 70 Aufnahmen mit diversen Okularen und Einstellungen - ich versuchte mich ans Optimum heranzutasten - waren nur sehr wenige Einzelbilder brauchbar. Naja, viel gibt's nicht her, immerhin ist Saturn darauf erkennbar :-) Ein Schnappschuss halt. 300 solcher Bilder könnten vielleicht ein brauchbares Ergebnis liefern. Hm, wird doch Zeit für eine Webcam...

24. 1. 2004 22:13 MEZ - Saturn, afokal, 7.5mm Okular - 1/10 Sekunde bei f/4, ISO 400 (Einzelbild). Weißabgleich: Sonne
Nochmals Orion - mit Tele und Nachführung
Es reizte mich, einmal die maximal 30 Sekunden Belichtungszeit für Sternfeldaufnahmen zu nutzen. Dazu montierte ich kurzerhand den Schwenkkopf des Fotostativs ab und befestigte ihn an meiner SP-DX. Die Montierung war nur "Daumen mal Pi" poljustiert, allerdings gar nicht so schlecht, wie sich bei der Saturnbeobachtung gezeigt hatte. Um mehr Auflösung zu haben, fuhr ich zudem das Vario-Sonnar Objektiv auf Telestellung. Oho, das Ergebnis kann sich sehen lassen! Und, da sich bei der längeren Belichtungszeit die blauen Höfe um helle Sterne wieder verstärkt bemerkbar machten, hab ich sie kurzerhand wegretouchiert. Dafür war sonst keinerlei Nachbearbeitung nötig, und die paar Sterne, die solche Artefakte aufweisen, sind auch relativ schnell wieder "zurechtgetrimmt". Kein Vergleich mit dem Rauskletzteln der Sterne aus dem Hintergrundrauschen, wie es bei meiner kleinen Olympus µ 300 der Fall war. In der Originalaufnahme, betrachtet bei voller Auflösung, konnte ich Sterne bis 9 mag und jenseits identifizieren!

25. 1. 2004 22:44- Orion , der Himmelsjäger - 30 Sekunden bei f/4, ISO 400. Weißabgleich: Sonne
Nachfolgend ein Ausschnitt des Bildes, fast in voller Auflösung. Sogar der Orionnebel ist angedeutet. Na, was könnt da rauskommen, wenn ich einmal anfange, mehrere Bilder zu "stacken"?

Orion Gürtelregion und Schwert, Ausschnitt aus obigem Bild
Am 25. war dann wieder einmal Schluss mit lustig: am Nachmittag zog eine Wolkenfront herein. Mir gelang noch ein Schnappschuss der Mondsichel, bevor sie von den Wolken "geschluckt" wurde.

25. 1. 2004 14:39 - Monsichel vor Wolkenfront - 1/400 Sekunde bei f/8, ISO 400. Weißabgleich: Sonne
Abschließend noch ein paar Bemerkungen zur afokalen Planetenfotografie: Mars war offenbar ein sehr dankbares Objekt. Obwohl die Bilder sehr verrauscht von der Kamera her kamen (das obige Saturnbild ist "Gold" dagegen), konnte man ordentlich an den Bildern "herumfuhrwerken" und so doch noch etliches Detail sichtbar machen. Viefach konnte ich sogar noch Details rausholen, die ich visuell beim relativ schnellen Blick nicht gesehen hatte (die Fotografie bringt es ja allgemein mit sich, dass man eher mit dem Kameraauge schaut, als mit dem eigenen...). Beim Saturn ist allerdings bald der Ofen aus, da kann man ein bissi am Kontrast zupfen und zart mit Weichzeichner und Kantenschärfer manipulieren, das war's dann aber auch schon. Nun, ein paar Versuche "gebe" ich mir noch. Jetzt konnte ich schon einige Erfahrung sammeln, wie man zu einem brauchbar belichteten Saturn kommt. Mit dieser Einstellung einmal 256 MB Speicherkarte mit Bildern füllen, da sollten doch ein paar davon brauchbar sein, dass man vielleicht zu einem hübscheren Bild kommt. Eine Webcam in den Fokussierer stecken wäre sicher weniger mühevoll, aber es ist halt immer interessant, die Grenzen auszuforschen...
Howdii